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Leineschafe der alten Zuchtrichtung

Aus meiner Berufserfahrung als Schäfer schlägt mein Herz seit meiner Lehrzeit für die Landschafe. Im ersten Jahr meiner Lehrzeit hatte ich glücklicherweise die Gelegenheit viele unterschiedliche Rassen kennen zu lernen.
Die Lämmer der Fleischschafrassen sind für den auf dem Markt gewünschten Schlachtkörper in nichts zu übertreffen. Die Natürlichkeit der Landschafrassen bezüglich der Leichtlammigkeit, Futterverwertung und Genügsamkeit beeindruckten mich jedoch schon damals noch mehr. Was nutzen Schafe die in der Landschaftspflege (Beweidung von Trockenmagerrasenversagen, Heiden und Mooren) wenn sie mit der Futtergrundlage nicht zurechtkommen, sprich abmagern und dadurch vielleicht sogar erkranken? Hier benötigt man anspruchslose, anpassungsfähige und marschfähige Tiere mit hoher Widerstandskraft.

Das Leineschaf passt auf die bei uns im Norden häufig vorhandenen sandigen Böden und erbringt hier Leistungen, die von anspruchsvolleren Rassen unter gleichen Bedingungen so nicht zu erreichen sind.
Die Erhaltung des alten Leineschafes erscheint mir als eine sehr dankenswerte Aufgabe im Hinblick darauf, dass immer mehr alte Haustierrassen verschwinden und somit ein einmaliges Kulturgut. Die Erbanlagen solcher Tiere als (Gen-) Reserven bieten die Möglichkeit für die gewinnorientierte landwirtschaftliche Nutztierzucht bei Änderungen des Zuchtzieles auf diese zurückgreifen zu können.

Die Qualität der Lämmer der Landschafe auf den Schlachtkörper bezüglich der Wünsche des Verbrauchers nach großen Koteletts und Keulen lässt sicherlich zu Wünschen übrig. Fleischkenner wissen jedoch, dass das Fleisch von Tieren die langsamer wachsen das geschmackvollere ist.
Die Lämmer der alten Rasse erreichen erst nach 8 bis 12 Monaten ihr Schlachtgewicht. (Lämmer von Fleischschafen teilweise schon nach 4 Monaten)

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